Kunstgeschichte/Kunstwissenschaften

Falls nicht anders angegeben, sind die Lehrveranstaltungen der Kunstgeschichte/Kunstwissenschaften offen für Studierende aller Studiengänge.

Im Detail:

  • Studierende im Studiengang Bachelor of Fine Arts Künstlerisches Lehramt: Modul BA 08
  • Studierende im Studiengang Master of Education Künstlerisches Lehramt: Modul MA 03
  • Studierende im Studiengang Bachelor of Fine Arts Künstlerisches Lehramt/Intermediales Gestalten: Modul MA IMG 2
  • Studierende im Studiengang Diplom Freie Kunst

Marcel Broodthaers

Vorlesung Prof. Dr. Carolin Meister

Mittwoch 17:00–18:30 Uhr
Vortragssaal Vordergebäude
Beginn: 23. April 2025

Gleich ob man ihn als „artist‘s artist“ oder als „art historian‘s artist“ ansieht, die Bedeutung des belgischen Künstlers Marcel Broodthaers (1924-1976) für die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts steht außer Frage. Wie nur wenige hat er mit seinen Arbeiten die Grenzen der Kunst seiner Zeit reflektiert, sei es nun Minimal Art oder Pop Art, Konzeptkunst oder ortsspezifische Kunst. Warum sein Werk im gleichen Zuge weit über seine eigene Zeit hinausweist und bis in die Gegenwart Impulsgeber für diverse Künstler*innen bleibt, ist die leitende Fragestellung der Vorlesung. Neben zeitgenössischen künstlerischen Bezugnahmen werden vor allem die unterschiedlichen Facetten seines Werkes in ihrem jeweiligen Kontext skizziert – angefangen von den frühen Bildern und Objekten, über die Filme und Diashows, Multiples und Bucheditionen bis hin zu Broodthaers fiktivem Museum und seinen späten Décors.


Choreographien: Tanz und Bildende Kunst

Seminar Prof. Dr. Carolin Meister

Mittwoch 18:30–20:00 Uhr
Vortragssaal Vordergebäude
Beginn: 23. April 2025

Für interessierte Studierende aller Studiengänge

Seit dem späten 19. Jahrhundert haben sich bildende Künstlerinnen und Künstler immer wieder dem Tanz zugewendet, um im Kontakt mit der Bewegungskunst ihre Auffassung des Körpers, aber auch ihre Arbeitsprozesse zu erweitern und zu transformieren. Angefangen von Auguste Rodin über Sophie Täuber-Arp bis hin zu Yvonne Rainer und Tino Sehgal widmet sich das Seminar einigen Stationen dieser Begegnung von Bildender Kunst und Tanz. Der Austausch und Wechselwirkungen zwischen den Praktiken von Zeichnung, Malerei, Skulptur, Film, Performance und Tanz werden dabei im Fokus stehen.

Keine Anmeldung erforderlich


Lektüreseminar: Umberto Eco – Der Name der Rose

Seminar Prof. Dr. Rainer Metzger

Montag 17:00–18:30 Uhr
Vortragssaal Vordergebäude
Beginn: 14. April 2025

Im Jahr 1980 erschien bei Bompiani in Mailand der Romanerstling von Umberto Eco. Der Autor war als Wissenschaftler und Kolumnist bekannt, als Semiotiker und Ästhetiker. Mit „Der Name der Rose“ gelang ihm ein Weltbestseller, bis heute ist das Buch mehr als 30 Millionen Mal verkauft. Das ist zum einen kein Wunder, stellt es doch auf spannende und knallhart kalkulierte Weise eine Reihe von Verbrechen in den Raum, ist es Krimi, Schauergeschichte, Gothic Novel. Das ist zum anderen ein großes Wunder, denn das Buch quillt über von Gelehrsamkeit, es spielt im Jahr 1327 in den ehrwürdigen Mauern eines Klosters und berichtet in aller Ausführlichkeit vom Mittelalter und seinen zentralen politischen und theologischen Fragen. „Der Name der Rose“ ist zudem das Paradebeispiel an Postmoderne, es spielt im unendlichen Rekurs der Zeichen auf sich selber, in einem geschlossenen Areal der Intertextualität. In einer Lektüre ausgewählter Passagen des Buches soll es darum gehen, die Unzahl an Themen, Motiven, Genres, Verweisen und Metaebenen offensichtlich zu machen und dabei die zentrale Kategorie dessen, was Lektüre auszeichnet, nicht zu vernachlässigen: das Vergnügen.

Teilnahme am Seminar bedeutet diesmal eine Art Close Reading von Passagen nicht nur aus dem „Namen der Rose“ sondern aus diversen Büchern quer durch die Jahrhunderte: Mittelalterliche Ästhetik, Weltliteratur, postmoderne Theorie und nicht zuletzt Diverses von Eco selbst. Es soll keine Referate geben, die dann einen Termin vollständig ausfüllen, sondern eher kurze Statements, vorbereitet von einer Woche auf die nächste.

Mögliche Gesichtspunkte einer Lektüre:

Das Buch als Literatur
Historisches: Die Welt um 1327 und um 1980
Umberto Eco: Semiotik, Publizistik, Ästhetik, Belletristik
Klosterleben im Mittelalter
Buchwesen im Mittelalter
Mittelalterliche Ästhetik generell
Kunst und Architektur im Trecento
Das Aedificium: Ecos Konzeption eines gebauten Labyrinths
Der Film „Der Name der Rose“ von Jean-Jacques Annaud (1987) mit Vorführung
Zur Übersetzung des Buches und zur Diskussion des Prinzips Übersetzung
Theorie der Postmoderne
Zur Rezeption des Buches

Anmeldung bei Sigrid Nachbar oder zum ersten Termin des Seminars


Historismus – Secessionismus – Modernismus: Die Wiener Moderne

Seminar mit Exkursion Prof. Dr. Rainer Metzger

Montag, 18:30–20:00 Uhr
Vortragssaal Vordergebäude
Beginn: 14. April 2025

„Heute scheinen zwei Dinge modern zu sein, die Analyse des Lebens und die Flucht aus dem Leben. Reflexion oder Phantasie, Spiegelbild oder Traumbild. Modern sind alte Möbel und junge Nervositäten. Modern ist das psychologische Graswachsenhören und das Plätschern in der reinphantastischen Wunderwelt. Modern ist die Zergliederung einer Laune, eines Seufzers, eines Skrupels; und modern ist die instinktmäßige, fast somnambule Hingabe an jede Offenbarung des Schönen, an einen Farbenakkord, eine funkelnde Metapher, eine wundervolle Allegorie.“ Hugo von Hofmannsthal hat das 1893 geschrieben und damit seiner Heimatstadt ins Herz geblickt. Wien liebte das Sowohl – Als auch, das Hybride und Schillernde, und seine Kultur machte es sich durchaus gemütlich im Changieren zwischen den Möglichkeiten. „Das Zeugnis werden Sie uns nicht versagen können: daß wir uns, indem wir heute Soziales und morgen Individualistisches und übermorgen ein drittes vorführen, wenigstens in einem konsequent geblieben sind: in der großen Inkonsequenz“: So richtete sich der Wiener Kritiker Friedrich Michael Fels schon zwei Jahre vorher an sein Publikum. Die große Inkonsequenz, das ist die Kultur der Wiener Moderne. Und sie ist, man wird es ahnen, das Gegenteil, die große Konsequenz, das Wüten und Eifern der Puristen, der Orthodoxen und der Fanatiker. Alles zusammen macht eine Metropole aus. Wien war die früheste des 20. Jahrhunderts. Und für unsere Gegenwart mag uns das alles sehr bekannt vorkommen

Eine Exkursion soll die Veranstaltung abrunden. Für den Schein und die Teilnahme an der Exkursion ist ein Referat obligatorisch.
 

Themen und Termine:

14. April
Einführung (kein Referat)

28. April 2025
Die Ringstraße und ihre Zeit

5. Mai 2025
Sexualität und Doppelmoral (Sigmund Freud, Arthur Schnitzler, Otto Weininger, Felix Salten, Stefan Zweig)

12. Mai 2025
Gustav Klimt und sein Milieu

19. Mai 2025
Das Caféhaus und seine Bewohner (Hermann Bahr, Peter Altenberg und die diversen Stammtische)

26. Mai 2025
Die Secession und ihre Ausstellungen

2. Juni 2025
Architektur: Otto Wagner und Adolf Loos

16. Juni 2025
Kunstgewerbe, Innenausstattung, Dekorativität (Josef Hoffmann, Kolo Moser, die Frauen der Wiener Werkstätte)

23. Juni 2025
Impressionismus, Expressionismus (Egon Schiele, Richard Gerstl, Oskar Kokoschka)

30. Juni 2025
Sprachproblematik (Hugo von Hofmannsthal, Karl Kraus, Ludwig Wittgenstein)

7. Juli 2025
Judentum und Antisemitismus (Gustav Mahler und Arnold Schönberg, Theodor Herzl, Karl Lueger und Hitler)

14. Juli 2025
Schluss: Moderne und Radikalisierung (kein Referat)

Anmeldung bei Sigrid Nachbar oder zum ersten Termin des Seminars


Einführung in die Kunstgeschichte: Epochen und Werke

Seminar Prof. Dr. Rainer Metzger

Dienstag 10:00–12:15 Uhr
Vortragssaal Vordergebäude
Beginn: 15. April 2025

Modul BA 07 nur für BA-Studierende (2. Semester) im Anschluss an das Seminar des WS 2024/25 von Prof. Dr. Meister.

Anmeldung zum Beginn des Seminars am 15. April 2025

4 ECTS


Völlig normale Dinge – Ein Ausstellungsprojekt

Seminar Yul Koh MA

Luis Leu, Luisenstraße 32, Karlsruhe
(Termine siehe unten)

Was bedeutet eigentlich Normalität? Wie definieren wir Alltag, und wer entscheidet darüber, was ‚normal‘ ist? Dieses Seminar widmet sich den vielschichtigen Fragen rund um die Konstruktion von Normalität und die Bedeutungen des Alltäglichen. Es lädt dazu ein, gängige Vorstellungen kritisch zu hinterfragen: Was gilt als ‚normal‘? Welche Rolle spielen Objekte und Geschichte(n) dabei? Und wie tragen Museen und Ausstellungen zur Normierung von Wissen und Konstruktion von Geschichte bei? Welche Rollen spielen ‚wir‘ und können ‚wir‘ was ändern?

Ausgehend von alltäglichen Objekten, künstlerischen Positionen und Texten werden im Seminar unterschiedliche Aspekte dieses Themas beleuchtet. Die Auseinandersetzung reicht von der Analyse von Dingen, die uns im Alltag begegnen, bis hin zur kritischen Betrachtung von Ausstellungspraxen und ihrer Rolle in der Produktion und Vermittlung von Wissen.

Den Abschluss bildet eine gemeinsame Ausstellung im Ausstellungsraum Luis Leu.

Bitte bringt zum ersten Termin drei Dinge mit: einen Alltagsgegenstand; ein Ding, das für euch persönlich Bedeutung hat, und ein Ding, das ihr aussortiert habt.

17. April 2025
Erste Sitzung: 10:00–13:00 Uhr im Luis Leu

22. April 2025
Verpflichtend: 19:00 Uhr Dienstagsvortrag der Künstlerin und Autorin Sophie Anna Stadler, Vorlesungssaal Kunstakademie

24. April 2025
10:00–17:00 Uhr Workshop und Museumsbesuch mit der Künstlerin und Autorin Sophie Anna Stadler

8. Mai 2025
10:00–13:00 Uhr Luis Leu

15. Mai 2025
10:00–13:00 Uhr Luis Leu

Weitere Termine nach Absprache
Ausstellung: Ende Mai/Anfang Juni

Anmeldung bitte per Mail bei Yul Koh MA


White Cube und Black Box

Seminar Yul Koh MA
an verschiedenen Orten, nach Absprache
Termine siehe unten

In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit der Rolle des Museums als Institution der Wissensproduktion und -distribution. Wir lesen gemeinsam Texte, die sich kunsttheoretisch und kulturwissenschaftlich mit den traditionellen Aufgaben des Museums – Sammeln, Bewahren und Ausstellen – auseinandersetzen. Neben diesen traditionellen Aufgaben werden auch die aktuellen Herausforderungen und Debatten rund um die Gestaltung von Ausstellungen und den Umgang mit kulturellem Erbe behandelt. Denn Museen sind als Akteur*innen in der gesellschaftlichen Diskussion maßgeblich an der Prägung von Geschichte und Kultur beteiligt. Die Texte dienen als Basis für gemeinsame Ausstellungsbesuche in Karlsruhe. 

Bitte überlegt euch bis zur ersten Sitzung, welche Ausstellung ihr besucht habt, die euch besonders interessiert hat, und warum.

Erste Sitzung: 17. April 2025 14:00–17:00 Uhr, Seminarraum 305, Villa Schönleber
Verpflichtend: 22. April 2025 19:00 Uhr Dienstagsvortrag der Künstlerin und Autorin Sophie Anna Stadler
Weitere Sitzungen: 24. April 2025 10:00–17:00 Uhr Workshop und Museumsbesuch mit der Künstlerin und Autorin Sophie Anna Stadler,  8. Mai 2025 14:00–17:00 Uhr, 15. Mai 2025 14:00–17:00 Uhr
Weitere Sitzungen nach Absprache

Exkursion: Nach Basel mit Prof. Dr. Fabian Göppelsröder (Termin wird noch bekannt gegeben)

Anmeldung bitte per Mail an Yul Koh MA


Werkbeschreibung und Werkinterpretation

Seminar Prof. Dr. Carolin Meister

Freitag 10:00–11:30 Uhr
Seminarraum 308 Verwaltungsgebäude
Beginn: 25. April 2025

Das Seminar richtet sich an alle interessierten Studierenden, sowie insbesondere Studierende im Masterstudiengang (MA03)

Das Seminar dient der Vertiefung und Professionalisierung der kunsthistorischen Methoden der Werkbeschreibung und Werkinterpretation. Diese werden im Verlauf des Seminars an zahlreichen Beispielen quer durch die Kunstgeschichte und die Gattungen in schriftlicher Form eingeübt. Am Ende des Seminars steht eine schriftliche Klausur, die eine eigenständige Beschreibung, kunsthistorische Einordnung und Interpretation eines künstlerischen Werkes umfasst.

Anmeldung bitte per Mail an Tutorin Ivana Heckmanns


Kolloquium

mit Prof. Dr. Carolin Meister und Prof. Dr. Fabian Goppelsröder

Donnerstag 19:00–22:00 Uhr, 14-tägig
Steinwerkstatt im Bildhauergarten
Beginn: 24. April 2025

Das zweiwöchentlich stattfindende, Abendkolloquium soll eine Plattform zur Präsentation und Diskussion eigener Themen, Lektüren und Projekte sein und die Möglichkeit bieten, sich klassenübergreifend auszutauschen und die künstlerische eigene Arbeit als Gewebe aus Theorie und Praxis zu reflektieren. Zur Vertiefung wird es jenseits der Projektvorstellungen Lektüresitzungen, Textbesprechungen und ergänzende (Gast-)Vorträge geben.

Das Kolloquium ist für alle Studierenden offen und insbesondere auch als Chance für erste Gespräche über Projektideen, Methodenfragen oder Aspekte eines größeren Vorhabens zu verstehen.