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Lehrveranstaltungen Kunst und Theorie

  • Vorlesung und Seminare

    Time
    Thursday 15:00 – 16:15, Beginning: 2021/10/21
    Location
    Vortragssaal, Reinhold-Frank-Str. 81

    VorlesungProf. Dr.MarcusSteinweg

    Vernetzt

    Die aktuelle digitale Welt ist eine Welt der Vernetzung. Die Vernetzung von menschlichen Subjekten wie nicht menschlichen Objekten nimmt rasant zu. Man hat leicht das Gefühl, die Menschen träten hinter die Dinge zurück, wir befänden uns längst im Transhumanismus. Klar ist: Das Subjekt strampelt in einem Netz von Bezugspunkten, die es oft weder kennt noch zusammenbringt. Immer macht es die Erfahrung der „nicht zu unterdrückenden Absenz von Beziehung“ (Samuel Beckett) im Modus der Beziehung selbst. Dort am meisten, wo es Beziehungen knüpft oder eingeht, tun sich Löcher der Beziehungslosigkeit auf. Das Netz samt seiner Löcher ist die Matrix, die wir Wirklichkeit nennen. Ziel der Vorlesung ist es, einen möglichst ideologiefreien Blick auf die Matrix zu werfen, also statt im Modus der Empörung oder Begeisterung mit Neugierde und Interesse am Verstehen unter anderem die Rolle künstlerischer Praxis unter den Bedingungen der Vernetztheit zu analysieren.

    Anmeldung nicht erforderlich

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    Time
    Thursday 17:00 – 18:30, Beginning: 2021/10/21
    Location
    Seminarraum Vordergebäude, Reinhold-Frank-Str. 81, EG

    SeminarProf. Dr.MarcusSteinweg

    Ludwig Wittgenstein - Einführung in sein Denken

    Er ist eine der schillernsten Figuren der Philosophiegeschichte und ist bis heute auch für die Kunst mehr als interessant. Einer seiner Forderungen: Das Denken soll sich bescheiden lernen. Es soll, noch wenn es das Äußerste von sich fordert, seine Begrenztheit einsehen. Es darf nicht über sich hinausgehen, eben weil es die Tendenz hat, dies zu tun. „Wo andere weitergehen, dort bleibe ich stehen“, steht in seiner letzten Schrift Über Gewißheit.

    Man darf nicht vergessen, dass der Satz von einem Menschen stammt, der Extremes von sich verlangt. Hier liegt das Spannungsfeld, das sein Denken aufspannt: zwischen extremer Erwartung und der Einsicht, dass sie sich unmöglich erfüllen kann. Einmal ruft Wittgenstein aus: „Laß uns menschlich sein.“ Der Appell mag sentimental klingen, in Wahrheit drückt er Unmögliches aus. Was fürs Denken gilt, gilt fürs Leben insgesamt: „[...] mehr als soundsoviel kann der Mensch halt nicht schaffen.“

    Wahrscheinlich stimmt, was Wittgenstein denkt: dass Denken die wirklichen Probleme von den unwirklichen unterscheiden heißt. Statt Probleme zu wälzen, bedeutet zu denken, sich von Scheinproblemen befreien. Erst diese Befreiung gibt den Blick aufs Problematische und Mögliche des (eigenen) Lebens frei.

    Anmeldung nicht erforderlich

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    Time
    Friday 11:00 – 12:30, Beginning: 2021/10/22

    SeminarProf. Dr.MarcusSteinweg

    Was ist Identität?

    Was der Spiegel uns vorenthält, ist nicht unser wahres Selbst. Das eben zeigt er. Es befindet sich nicht im Spiegel. Es ist der Zwischenraum, der mich von meinem Spiegelbild trennt. Das Dazwischen, in dem ich als Differenz zu meinem Bild erscheine, wie ein auf eine nicht endenwollende Reise geschicktes Phantom. Dass die Reise zu uns selbst kein Ende nimmt, ist die Botschaft des Spiegels, da wir nichts als Passagiere im Intermediären unserer Existenz sind. Aus dieser Tatsache eine Chance zu machen, ist, was wir Ethik nennen, entlang der eigenen Gespenstigkeit gewonnene Vorstellung sinnvollen Handelns = von glückender Finalität absehender Intersubjektivität.

    Das Seminar diskutiert verschiedene Identitätsmodelle in Kunst, Philosophie, Literatur und Wissenschaft.

    Anmeldung nicht erfolderlich.

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