Gendersensible Sprache
Sprache vermittelt Weltanschauungen und bildet soziale Identitäten. Sie hat Einfluss auf unsere Wirklichkeit, da diese über Sprache strukturiert wird. Sprache kann hilfreich in der Ansprache, aber auch gewaltvoll in der Zuschreibung sein. Viele Menschen fühlen sich in den engen, etablierten Geschlechtskategorien (m/w) nicht wahrgenommen. Zudem werden Gruppierungen im Deutschen mit der männlichen Form zusammengefasst, wobei die Geschlechterdiversität nicht benannt wird.
Sichtbarmachen des Geschlechts bedeutet zunächst, klarzustellen, ob es sich um Frauen oder Männer oder um Frauen und Männer oder um weitere Geschlechtsidentitäten (Trans*, Inter* und andere) handelt. Weiterführend fällt hierunter auch die Strategie, alle Geschlechter sichtbar zu machen, denn nicht alle Menschen passen in ein Geschlechtersystem, das nur Männer und Frauen kennt. Der große Vorteil des Sichtbarmachens ist, dass es den Versuch darstellt Ein- oder Vieldeutigkeit zu schaffen und für eine gemeinte mentale Repräsentanz sorgt. Unter mentaler Repräsentanz sind die bildlichen Vorstellungen zu verstehen, die Sprache in uns hervorruft.
Der ausschließliche Gebrauch der männlichen Form (das sogenannte generische Maskulinum) und das praktisch gedachte, aber wirkungslose „Mitmeinen“ ist in der Kommunikation für uns nicht akzeptabel. Die Mitglieder der Kunstakademie Karlsruhe haben sich in Absprache mit der Gleichstellungsbeauftragten geeinigt, die Kommunikation von nun an in gendersensibler Sprache zu gestalten. Anträge, Vordrucke, Formulare und Berichte werden sukzessive umformuliert. Diese Vorgabe schließt die Webseite und das Intranet ein.
Wir halten uns an zwei Formen von geschlechtersensibler Sprache:
Es werden geschlechtsneutrale Begriffe verwendet (die Dozierenden)
oder
wir setzen das Gendersternchen zur Sichtbarmachung aller Geschlechter (Student*innen)
Mit Hilfe einer geschlechtsneutralen Formulierung kann die Übersichtlichkeit und Lesbarkeit von Texten unterstützt werden. Einige Personenbezeichnungen sind sowohl im Singular, als auch im Plural geschlechtsneutral (die Person, das Mitglied). Für einige Personenbezeichnungen trifft das nur auf die Pluralform zu (die Leute, die Geschwister).
Eine weitere Gruppe von im Singular geschlechtsspezifischen Personenbezeichnungen kann mit Hilfe von substantivierten Partizipien (Studierende) oder Adjektiven (Interessierte) so umgebildet werden, dass sie im Plural geschlechtsneutral sind.
Es können auch geschlechtsneutrale Pronomen (alle machen mal Fehler statt jeder und jede macht mal Fehler) und Ableitungen auf -ung, -ion, -ium, -kraft etc. genutzt werden.