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Riemschneider Lecture
s: Prof. Dr. Bernd M. Scherer

There is one more thing. Kunstgeschichte im Zeitalter planetarischer Transformationen

Riemschneider Lecture mit Prof. Dr. Bernd Scherer, Berlin/Jena

Workshop für Studierende mit Prof. Dr. Bernd Scherer Donnerstag, 4. Dezember, 10:00 Uhr, Seminarraum 308, Verwaltungsgebäude

Als Grundlage des Workshops dient der „Whole Earth Catalogue“. Er artikulierte im Kalifornien der 1960iger/1970iger Jahre Themen und Prozesse, die die Interaktion zwischen  einer lebendigen „Counter Culture“ Bewegung und neuen Technologien befeuerten. Rückblickend repräsentiert er ein Medium, das als ein Referenzpunkt für die kulturellen, sozialen und ökonomischen Transformationen diente, mit denen sich der Vortrag beschäftigt.

Klimawandel, Rückgang der Biodiversität, weltweite Bodenerosion, Verselbständigung der Technosphäre. Es gibt viele Hinweise darauf, dass wir uns in einer existentiellen Krise befinden, in der das Leben auf der Erde gefährdet ist. 

Erdwissenschaftler*innen finden immer mehr Evidenzen dafür, dass wir uns in einer neuen Erdepoche befinden, deren wesentliches Kennzeichen darin besteht, dass durch diese Entwicklungen das über mehrere tausend Jahre stabile Erdsystem selbst aus der Balance gerät. Diese neue Erdepoche nennen die Wissenschaftler Anthropozän, da die Veränderungen wesentlich auf menschliches Handeln zurück gehen.

Gleichzeitig erweisen sich die etablierten Wissensformen und Zeichensysteme des zwanzigsten Jahrhunderts, die uns in diese Krise gebracht haben, als inadäquates Instrumentarium im Umgang mit der Welt, die durch sie geschaffen wurde. Wir befinden uns auch in einer Krise unserer Wissenssysteme.  

Welche Rolle spielen vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen die Künste? Welchen Beitrag leisten ästhetische Wissensformen und wie verändert sich dabei der Kunstbegriff?

Bernd Scherer war von 2006 bis 2022 Intendant des Hauses der Kulturen der Welt. Seit 2011 hat er eine Honorarprofessur am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität inne. Mit einem zehnjährigen Projekt zum Anthropozän adressierte er mit seinem Team am Haus der Kulturen der Welt die kulturellen und gesellschaftlichen Implikationen der von den Naturwissenschaften untersuchten planetarischen Krise. Dabei standen neue Formen der Wissensproduktion im Zentrum. Als global agierende Institution kämpfte das Haus der Kulturen der Welt in dieser Zeit vor dem Hintergrund der Entwicklung neuer Nationalismen und Abgrenzungen immer wieder für die Öffnung von Gestaltungs- und Diskursräumen. Seit Juli 2024 ist Bernd Scherer Fellow am neugegründeten Max-Planck- Institut für Geoanthropologie in Jena. 
Zu seinen Veröffentlichungen zählen: Das Anthropozän – Zum Stand der Dinge (mit Jürgen Renn, 2015), Wörterbuch der Gegenwart (mit Stefan Aue und Olga Schubert, 2019), Das Neue Alphabet (2021), Der Angriff der Zeichen. Denkbilder und Handlungsmuster des Anthropozäns (2022)

RIEMSCHNEIDER LECTURES

ist eine Veranstaltungsreihe an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, die aktuelle theoretische und wissenschaftliche Diskurse in den Fokus stellt. Nach Veranstaltungen mit Jean-Luc Nancy, Gottfried Boehm, Sabeth Buchmann, Monika Rinck und Diedrich Diedrichsen ist der Vortrag der sechste Teil dieser Reihe.

Der Beitrag wird wieder in der Schriftenreihe der RIEMSCHNEIDER LECTURES erscheinen.
 

 

Riemschneider Lectures

mit Prof. Dr. Bernd M. Scherer

Mittwoch 3. Dezember 2025 / 19:00 Uhr

Vortragssaal
Kunstakademie Karlsruhe
Reinhold-Frank-Straße 81
76133 Karlsruhe

Livestream
kunstakademie-karlsruhe.de/livestream

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