Landespreis 2027 geht an Ulla von Brandenburg

Das Land würdigt herausragendes künstlerisches Wirken der Karlsruher Professorin
Die in Karlsruhe geborene und an der Karlsruher Kunstakademie lehrende Malerin, Grafikerin, Installations- und Videokünstlerin Ulla von Brandenburg erhält den mit 25.000 Euro dotierten Landespreis Bildende Kunst 2027. Dies teilt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in einer Presseerklärung mit. Sie gehöre zu den international profiliertesten Stimmen der Gegenwartskunst, heißt es dort. Die Preisverleihung wird am 18. Juli 2027 in Bernau stattfinden. Zu diesem Anlass wird eine Ausstellung mit Werken der Künstlerin im dortigen Hans-Thoma-Kunstmuseum eröffnet. Zur Ausstellung erscheint eine Publikation.
Ulla von Brandenburg wurde 1974 in Karlsruhe geboren. Sie studierte von 1996 bis 1998 Szenografie und Medienkunst an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und setzte ihr Studium von 1998 bis 2004 an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg fort. Seit 2016 lehrt sie als Professorin für Malerei und Grafik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Sie lebt und arbeitet in Paris und Karlsruhe.
In Vita und Werk von Ulla von Brandenburg verbinden sich der Bezug zum Land Baden-Württemberg wie auch internationale Anerkennung. So stand sie 2016 im Finale des renommierten französischen Prix Marcel Duchamp. Umfassende Einzelausstellungen in weltweit führenden Institutionen – darunter das Palais de Tokyo in Paris (2020), das Museo Reina Sofía in Madrid (2024) sowie jüngst das Ernst Barlach Haus in Hamburg (2026) und das Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen (2025/2026) – unterstreichen ihre prägende internationale Bedeutung. 2022 erhielt sie im Kunstmuseum Stuttgart den „Kubus. Sparda-Kunstpreis“.
Ulla von Brandenburg gilt im internationalen Kunstkontext als eine der originärsten zeitgenössischen Stimmen, die das Konzept des multimedialen Gesamtkunstwerks konsequent weiterführt. Geprägt durch ihre Ausbildung in der Szenografie erforscht sie die Facetten des Bühnenhaften sowie die fließenden Übergänge zwischen Realität und Illusion. Charakteristisch für ihr Werk sind große textile Installationen, Filme und performative Formate, die Elemente des Theaters mit Fragen nach gesellschaftlichen Ritualen, Erinnerungskulturen und kollektiven Erfahrungen verbinden. Vorhänge, Bühnenräume und choreografierte Bewegungen fungieren als Schwellen zwischen Sichtbarkeit und Verborgenem, zwischen Realität und Inszenierung.
Mit dem Landespreis für Bildende Kunst zeichnet Baden-Württemberg Künstler*innen aus, deren Schaffen zur Entwicklung der neueren Kunst beiträgt. Er wird seit 2025 alle zwei Jahre vergeben und setzt den Hans-Thoma-Preis fort. Zuvor wurden mit dieser Landesauszeichnung bereits mehrere Professor*innen der Karlsruher Akademie geehrt, u.a. Marcel van Eeden und Silvia Bächli.