how to fail the system


Kunst soll… Was soll die Kunst in Zeiten wie diesen? Warum sollte sie überhaupt? Und was erwarten wir von ihr?
Ist Kunst Teil des Systems? Vielleicht. Und trotzdem kann sie stören. Hinterfragen. Dinge auseinandernehmen, aneignen, neu besetzen und zusammensetzen. Erwartungen unterwandern, Möglichkeiten eröffnen, neue und alte Wege begehen und alles nochmal wiederholen.
Das Symposium ist aus dem Wunsch entstanden, sich dem widerständigen, abseitigen, störrischen und eigensinnigen Charakter der Kunst zu widmen. Nicht bei der Analyse stehen zu bleiben, sondern hinzuschauen, was entsteht. Sich zu fragen, was möglich ist, und die Möglichkeiten zu ignorieren und zu wiederholen.
Das Scheitern im System ist keine Schwäche. Es ist eine Haltung, eine Idee, eine Möglichkeit. In unterschiedlichen Formaten werden Perspektiven auf das politische, poetische und widerständige Potential der Kunst präsentiert, ohne der Versuchung einer eindeutigen Antwort zu erliegen.Das Symposium lädt dazu ein, zu teilen, zu kritisieren und zu experimentieren. Eine Einladung – zum Denken, Zweifeln, Austauschen. Kommt vorbei.
Nicht Nabelschau und Egotrip, sondern Zusammenkunft und Fürsorge.
how to fail the system
Dienstag, 26. Mai 2026
19:00 Uhr – Vortrag Sabeth Buchmann
Mittwoch 27. Mai 2026
10:00 bis 13:00 Uhr – Workshop Aterraterra-Kollektiv (dt./engl)
für Studierende der Kunstakademie Karlsruhe
14:00 bis 18:00 Uhr – Grafitti-Workshop Märy Wiegandt (Flinta* only): Unsere Meinung an euren Wänden
für Studierende der Kunstakademie Karlsruhe
18:00 Uhr – Feedbackrunde Workshops
19:00 Uhr – Vortrag Aterraterra-Kollektiv (engl.)
Donnerstag 28. Mai 2026
9:00 bis 12:00 Uhr – Workshop Kathrin Hunze
für Studierende der Kunstakademie Karlsruhe
13:00 bis 16:00 Uhr – Workshop Jonas Höschl
für Studierende der Kunstakademie Karlsruhe
16:30 bis 18:00 Uhr – Vortrag Käthe Kruse
19:30 Uhr – Round Table
Die Vortragenden
Sabeth Buchmann
Sabeth Buchmann ist Professorin für Kunstgeschichte der Moderne und Nachmoderne an der Akademie der bildenden Künste Wien. Sie ist Mitherausgeberin von PoLyPen., einer Buchreihe zu Kunstkritik und politischer Theorie (b_books, Berlin), Beiratsmitglied vonTexte zur Kunst, der European Kunsthalle und des documenta Instituts. Veröffentlichungen (Auswahl): Kunst als Infrastruktur (2023); Mit-herausgeberin von. Broken Relations: Infrastructure, Aesthetic, and Critique (2022); Mitherausgeberin von Putting Rehearsals to the Test.Practices of Rehearsal in Fine Arts, Film. Theater, Theory, and Politics (2016), Mitherausgeberin von artworks. Ästhetik des Postfordismus (2015). Sabeth Buchmann war an der Kunstakademie Karlsruhe bereits in der Reihe Riemschneider-Lectures zu Gast. Ihr Beitrag wurde auch in der dazugehörigen Publikationsreihe veröffentlicht.
Aterraterra-Kollektiv
Aterraterra (Fabio Aranzulla und Luca Cinquemani) ist ein kollaboratives Projekt, das seine Wurzeln in Kunst, Wissenschaft sowie ökologischer und artenübergreifender Forschung hat. Ihre Arbeiten untersuchen, wie Beziehungen zwischen Menschen und nicht-menschlichen Organismen gestaltet werden, hinterfragen dabei die Funktion von Kontrolle, Reinheit, Disziplin und Anthropozentrismus und entwerfen post-agrarische und post-linguistische Perspektiven. Durch räumliche Installationen, Fotografie, Klangarbeiten, Food-Performances und experimentelle Forschungsprojekte hinterfragt Aterraterra narrative Apparate und Formen der Disziplinierung von Lebewesen in den sprachwissenschaftlichen, wissenschaftlichen und botanischen Bereichen und spekuliert über experimentelle Zukunftsszenarien. Ihre Ausstellungen, Performances und Workshops fanden unter anderem an folgenden Institutionen statt: Istituto Svizzero, Rom; Museo Civico, Castelbuono; Design Museum London; Museum MMK für Moderne Kunst, Frankfurt; ZACentrale Fondazione Merz, Palermo.
Märy Wiegandt
Märy (kein Pronomen) verortet sich zwischen Kunst und Zerstörung. In der Arbeit mit Menschen versucht sie immer wieder ihre politischen Ideen einzubringen und zu reflektieren. Eine Frage, die sie hauptsächlich beschäftigt ist: Welche Rahmenbedingungen benötigen FLINTA*, um sich im urbanen Raum sicher und wohl zu fühlen und wie können wir diesen aktiv mitzugestalten?
Kathrin Hunze
Kathrin Hunze ist Medienkünstlerin und lebt in Berlin. Sie schloss ihr Studium an der Universität der Künste Berlin mit besonderer Auszeichnung als Meisterschülerin ab und hat einen Bachelor in Kommunikationsdesign an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Sie ist Vorstandsmitglied in dem Verein Multichrom Bonn. In ihren künstlerischen Arbeiten setzt sie sich mit den Mechanismen, Prozessen und ethischen Aspekten neuer Technologien sowie deren Auswirkungen auf komplexe Systeme auseinander.
Jonas Höschl
Jonas Höschl (*1995, Regensburg) ist Konzeptkünstler und Fotograf. Für sein künstlerisches Werk, das die Medien Druckgrafik, Sound, Video und Installation umfasst, erhielt er unter anderem den Paula Modersohn-Becker Kunstpreis, den Bayerischen Kunstförderpreis für Bildende Kunst sowie den Deutschen Fotobuchpreis. In seinen druckgraphischen Werken und Videoarbeiten hinterfragt er das identitätsstiftende Potential politischer Systeme. Anhand von regionalen Politskandalen und europäischen Konflikten zeigt er die Entfremdung von einenden Idealen auf. Jonas Höschl eignet sich die zum Teil historischen Bildsprachen unterschiedlich ausgerichteter Ideologien an, um deren propagandistische Manipulation offenzulegen. Durch Rekontextualisierung verweist er auf die Referentialität von Zeitdokumenten. Seine Arbeiten werden international auf Festivals und in Institutionen, wie dem Krakow Photomonth, der Galleria Nazionale d‘Arte Moderna, dem FOTO WIEN Festival oder dem Kunstverein Hannover gezeigt. Er veröffentlichte die Kunstbücher “Fade Away Medley” (Das Wetter), “Politik von Medienbildern” (Hatje Cantz) und “80 Portraits: 73 Männer, 7 Frauen” (Verlag für moderne Kunst).
Käthe Kruse
Die Künstlerin Käthe Kruse setzt sich über Grenzen und Genres hinweg und erweitert diese. Seit den 80er Jahren, als Teil des Westberliner Trios Die Tödliche Doris, arbeitet sie mit der Verschränkung von Musik, Text, Performance, Video undMalerei, entwickelt Formate, die sich nicht in herkömmliche Kategorien einordnenlassen. Die Gruppe arbeitete mit Transformationen, malte 44 großformatige Bilder, die als Super- 8-Film eine kaleidoskopische Bewegung darstellen, sie nähte Kissen als Musikinstrumente zum gedämpften Hineinschreien, die, mit Texten bestickt, alsKunstwerke ausgestellt werden. Die Tödliche Doris performte im Museum of Modern Art, New York, dem Musée d’ArtModerne, Paris, auf der documenta 8 in Kassel. Ihr letztes Konzert spielte sie 1988im Club Quattro in Tokio.