Gin Bahc wird mit dem Kalinowski-Preis ausgezeichnet

Gin Bahc erhält den Kalinowski-Preis 2026. Die Absolventin der Kunstakademie Karlsruhe wurde von einer Fachjury, der die Künstler*innen Ergül Cengiz, Prof. Julia Müller und Ulrike Mundt angehörten, aus 30 Bewerbungen ausgewählt. Der Preis richtet sich ausschließlich an Absolvent*innen der Staatlichen Akademie der Bildende Künste Karlsruhe, an der Horst Egon Kalinwoski von 1972 bis 1989 als Professor lehrte. Der mit 10.000 Euro dotierte Förderpreis der Nachlass-Stiftung Prof. Horst Egon Kalinowski wird nunmehr zum zehnten Mal verliehen.
Gin Bahc entwickelt ihre Arbeiten zwischen Zeichnung, Performance und Installation in direkter Reaktion auf vorgefundene Räume und Situationen. Ihre Werke entstehen prozesshaft und beziehen das Publikum aktiv ein: Anwesenheit, Bewegung und Interaktion der Besucher*innen verändern den Verlauf der Arbeit unmittelbar. Auf diese Weise verschiebt Bahc die Grenzen zwischen Werk, Raum und Publikum und untersucht körperliche und soziale Dynamiken, Prozesse des Entblößens und Verdeckens sowie Kontrolle und Kontrollverlust. Zugleich verweist ihre Arbeit auf oft unsichtbare Strukturen, die Räume organisieren und aufrechterhalten.
Gin Bahc, 1985 in Südkorea geboren, lebt und arbeitet als Konzeptkünstlerin in Karlsruhe. Sie studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe erst bei Gustav Kluge, dann bei Marcel van Eeden. Sie schloss ihr Studium 2017 als dessen Meisterschülerin ab. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen, im Kunsthaus Baselland, in der Jason Platform in Kopenhagen sowie in der ILG Factory Hall in Chicago gezeigt.
Horst Egon Kalinowski, Düsseldorfer Bildhauer und Grafiker, gründete 2011 eine Nachlass-Stiftung, die seit seinem Tod 2013 sein Lebenswerk bewahrt und öffentlich zugänglich hält. Dem testamentarischen Wunsch Kalinowskis folgend, lobt die Stiftung Kunstfonds für Absolvent*innen der Staatlichen Kunstakademie Karlsruhe, jährlich den aus Erträgen der Nachlass-Stiftung finanzierten Kalinowski-Preis aus. Kalinowskis künstlerischer Nachlass wird im Künstler*innenarchiv des Kunstfonds betreut.
Weitere Informationen: ginbahc.com